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Enerkeep CEO Interview: Mathias Hammer von SENEC

2016-11-26 ⋅ Max Hildebrandt

Mathias Hammer, CEO von Deutsche EnergieversorgungMathias Hammer, Gründer und Geschäftsführer der Deutsche Energieversorgung GmbH über die neuen SENEC Speicher und die SENEC.Cloud.

Enerkeep.com: Guten Tag, Herr Hammer! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben.

Herr Hammer wie sind Sie persönlich an das Thema Energiespeicherung gekommen, und warum haben Sie die Deutsche Energieversorgung gegründet?

Mathias Hammer: Wir haben 2009 angefangen mit PV-Anlagen für Großinvestoren, also im Bereich ab 100 kWp. Ganz am Anfang haben wir auch kleine Anlagen im Einfamilienhaus-Bereich gebaut.

Doch die sinkende Vergütung für aus der Photovoltaik-Anlage in das öffentliche Netz eingespeisten Strom, stetig steigende Strompreise und das nicht-gewollte Einspeisen seitens der Energiewirtschaft zwingen quasi zum Eigenverbrauch von Strom. Deswegen habe ich damals für meine Kunden mit PV-Anlage nach einem Speichersystem gesucht das netzparallel betrieben werden kann. Dieses gab es nicht, also habe ich einen Ingenieur gesucht, mit dem ich gemeinsam das erste Speichersystem entwickelt habe.

Die Nachfrage nach diesem Stromspeichersystem war größer als gedacht, immer mehr Kunden fragten danach. So ist das Geschäftsmodell der Energiespeicher entstanden. Am Anfang haben wir mit Blei-Akkus begonnen und jetzt sind wir vor allem im Lithiumbereich tätig. Demnächst investieren wir sogar in eine eigene Produktion von Lithiummodulen für unsere Akkus.

Wo werden die Lithium-Module dann gefertigt? Auch hier in der Leipziger Region?

In Greifswald. Also alles "Made in Germany". Durch den deutschen Standort und größere Entwicklungstiefe können wir dann technische Integrationen noch schneller umsetzen, beispielsweise die Leistungselektronik anpassen.

Das heißt aber auch alle anderen Komponenten sind tatsächlich Eigenentwicklungen?

Ja, vom Gehäuse über das Platinen-Design und das Batteriemanagement-System bis hin zum Batteriewechselrichter sind alles Eigenentwicklungen. Mir liegt viel daran, möglichst alles selbst zu entwickeln und in-house zu produzieren. Die Versorgung mit Ersatzteilen ist somit auch sichergestellt. Daher bauen wir auch unser Team an Ingenieuren stetig aus. So können wir weitere Themen im Software- und Hardware-Bereich umsetzen – beispielsweise die Integration von Wärmepumpe und Elektroauto. Wir sind ja auch Energieversorger.

Zum Thema Energieversorger - Was ist eigentlich Econamic Grid und was ist die SENEC.Cloud? Wie unterscheiden die sich und wie spielen beide zusammen?

Econamic Grid ist ein Wortspiel aus economic, dynamic grid, also dem ökonomisch-dynamischen Netz. Es ist der Oberbegriff verschiedenster zusätzlicher Anwendungen, die wir mit diesem Energiekonzept ermöglichen. Hinter Econamic Grid stehen Technik und verschiedene Bausteine für die Integration unserer SENEC-Stromspeicher in den Energiemarkt. Als Beispiel SENEC.Cloud: Ziel ist hier, dass der Kunde zu hundert Prozent Energieautark wird, indem er den zu viel produzierten Strom über seine PV-Anlage im Sommer in die SENEC.Cloud einspeist anstatt ihn über die EEG-Vergütung abzugeben. Wir vermarkten diesen Strom in allen möglichen Formen der Energiewirtschaft. Durch diese Einnahmen aus dem Sommer finanzieren wir den Zukauf im Winter. Dann kann der Kunde den Strom, den er im Sommer in die SENEC.Cloud eingespeist hat, im Winter wieder abrufen. Man könnte sagen: er friert seinen PV-Strom im Sommer ein und taut ihn im Winter wieder auf. Somit ist der Kunde zu 100% unabhängig von traditionellen Stromversorgern.

Einer der nächsten Tarife, die wir 2017 anbieten möchten, ist eine Flatrate für Wärmepumpen. Das bedeutet, der Kunde kann sogar seine Wärmeautarkie zu 100% gestalten. Sie sehen: wir arbeiten daran, jedem Kunden umfassende Autarkie und Selbstversorgung mit Erneuerbaren Energien zu ermöglichen.

Gibt es denn praktische Dinge die ein Kunde beachten muss bei der Teilnahme an der SENEC.Cloud? Ist eine Teilnahme z.B. laufend möglich? Kann man mit allen SENEC-Speichern teilnehmen?

Ja, jeder Besitzer eines SENEC-Speichers kann unsere Tarife nutzen. Seitdem wir die SENEC.Cloud im Mai dieses Jahres gestartet haben erleben wir ein unglaubliches Wachstum der Cloud. Täglich kommen neue Teilnehmer hinzu. Ich vermute, dass die Cloud in Zukunft noch mehr genutzt wird. Es gibt keine Einschränkungen, im Gegenteil es ist sogar eine ganz einfache Montage. Und der Kunde ist zu 100% autark. Das ist ein unschlagbares Argument.

Wie hoch sind die Kosten?

Abgesehen von der Montage des neuen Stromzählers hat der Kunde keine Installationskosten. Er kauft einen neuen Stromzähler für etwa 200 € bei uns, anstatt ihn wie bisher über seinen konventionellen Stromversorger zu mieten. Da sich der Kunde somit auch noch die Messstellengebühr spart, ist der Stromzähler nach spätestens fünf Jahren finanziert.

Gibt es Voraussetzungen vom Netzbetreiber/Versorger für die SENEC.Cloud?

Nein, gibt es nicht.

Funktioniert SENEC.Cloud in ganz Deutschland?

Ja, in ganz Deutschland.

Jetzt mal auf die politische Ebene - Sie sind Mitglied im Bundesverband Energiespeicher, bei dem auch Enerkeep sich engagiert. Was ist die aus Ihrer Sicht größte “politische Baustelle“ beim Thema Heimspeicher?

Meines Erachtens ist es unsinnig ist, bei der EEG-Umlage den Netzentgeld-Teil starr zu machen. Damit werden Stromspeicher doppelt belastet. Speicher haben die Aufgabe, Strom zu speichern und nicht zu erzeugen. Daher sollte man diese von EEG-Umlagen weitestgehend befreit sein.

Auf der Intersolar 2016 wurden viele neue Speichermodelle vorgestellt, dies zeugt von einem dynamischen Markt. Wie ist Ihre Einschätzung des Marktwachstums über die nächsten 3-5 Jahre? Es gibt neue Hersteller und große die sich vom Markt verabschieden wollen.

Meiner Einschätzung nach werden künftig 90% aller neu gebauten PV-Anlagen mit Stromspeicher gebaut. Somit werden wir auf jeden Fall ein Marktwachstum haben. Über 40.000 Stromspeicher wurden in den letzten Jahren in Deutschland verbaut. Ich denke, dass diese Anzahl bald jährlich installiert wird. Und dann gibt es natürlich noch einen nächsten Boom wenn die bestehenden PV-Anlagen nach 20 Jahren Laufzeit keine EEG-Vergütung mehr erhalten.

Übrigens, nicht nur in Deutschland entwickelt sich der Markt für Stromspeicher äußerst positiv. Wir sind bereits in Österreich, der Schweiz und Italien vertreten. Doch auch Großbritannien, die Benelux-Staaten oder auch Australien sind interessant.

Wie ist denn die Wettbewerbssituation?

Wir zählen gemessen an den verbauten Speicherkapazitäten zu den Marktführern in Deutschland. SMA ist ein guter Wettbewerber einfach aufgrund des Netzwerks an Installateuren. Kleinere Hersteller sehe ich nicht als Wettbewerber. Das gilt auch für einige größere Wettbewerber. Meiner Meinung nach werden sich einige große wie kleine Hersteller in naher Zukunft aus diesem Markt verabschieden.

Um unsere Wettbewerbsposition zu stärken und auszubauen werden wir unser Netzwerk an Fachpartnern weiter ausbauen. Auch das Produktdesign unserer neuen Speichergeneration kommt super an und mit SENEC.Cloud haben wir einen entscheidenden Nutzenvorteil für Installateure gegenüber Wettbewerbern.

Was unterscheidet Sie vom Wettbewerb?

Wie gerade erwähnt sind es vor allem unsere Stromdienstleistungen wie SENEC.Cloud, die uns vom Wettbewerb abheben. Zudem verfügen wir mit mehreren tausend verbauten Speichern über eine hohe, langjährige Erfahrung im Speicherbereich.

Technologisch gesehen unterscheiden wir uns unter anderem über die Fehlerdiagnose im Speicher. Das heißt, wenn der Stromspeicher im Betrieb beim Kunden einen Fehler melden sollte kann der Installateur über unser Monitoring-Tool “mein-senec” direkt per Ferndiagnose sehen, welcher Fehler am Gerät vorliegt. Das spart Zeit und Kosten. Der Installateur kann zudem sofort über uns den Bauteilwechsel auslösen. Der Kunde bekommt das Bauteil zugeschickt, der Installateur tauscht das aus und der Prozess ist abgeschlossen. Schnell und unkompliziert.

Wie funktioniert die Fehlerdiagnose ganz konkret?

Wir haben jetzt 2.500 Speicher mit ständiger Internetverbindung, die somit über das aktive Monitoring angeschlossen sind. Zu diesen Systemen erhalten wir jeden Tag Daten wie Temperatur, Spannung, Akkuzustand und vieles mehr. Zudem haben wir seit Anfang des Jahres einen neuen Bestücker, der für die Fertigung im Medizin- und Militärbereich akkreditiert ist. Durch die Auswertung dieser Daten und Optimierung der Speicher hatten wir mit dem neuen Fertiger bis jetzt nur einen einzigen kaputten Wechselrichter. Von 25.000 Lithium-Modulen ist kein einziges defekt.

Wir haben auch in der Fertigung einen Quantensprung gemacht. Als Beispiel: Die Elektronik-Komponenten werden mit Stickstoff gelötet. Das heißt, es kommt kein Sauerstoff an die Lötstellen, die eine Oxidation auslösen könnten. Jede Platine wird geröntgt um zu prüfen, ob jede Lötstelle definitiv sitzt. Wenn Sie eine unserer Platinen betrachten sind da 1.500 bis 2.000 Bauteile drauf. Normalerweise wird eine Charge angeliefert und man misst sie manuell durch. Unser Fertiger nutzt jedoch einen Nadeladapter, welcher jedes noch so kleine Bauteil misst. Jede Information wird auf einem QR-Code gespeichert. Damit gehen wir bei der Fehlerquote in Richtung 1‰.

Wie ist denn das Verhältnis zwischen Blei und Lithium bei den Senec-Speichern?

Anfang des Jahres waren wir bei 50:50, mittlerweile sind wir bei 95% Lithium.

Wie sind die Lieferzeiten?

Wir vertreiben unser SENEC-Speicher über vier Vertriebspartner, die das gesamte Bundesgebiet abdecken. Da diese Großhändler unsere Speicher am Lager haben, können Installateure innerhalb von wenigen Tagen beliefert werden. Übrigens ist unsere Produktion mit der derzeitigen Auftragslage fast ausgelastet. Diese auszubauen ist eines unserer nächsten Vorhaben.

Wo liegen Sie aktuell?

Dieses Jahr haben wir mit festen Aufträgen ungefähr 6.500 Speicher verkauft.

Und ist das Ihre Produktionskapazität?

Das Limit liegt im Prinzip nur bei der Vororder der Speicher durch die Großhändler. Wir können 1.500 Speicher pro Monat bauen. Dieses Produktionsvolumen werden wir zeitnah ausschöpfen, vor allem weil auch die Auslandsmärkte hinzukommen. Daher bauen wir die Kapazitäten weiter aus.

Wie sieht Ihre eigene, ganz private Energieversorgung aus? Leben Sie privat auch überwiegend autark, mit PV und Speicher?

Ich bin ja Mieter. Aber gerade, weil ich privat noch nichts von der Energiewende habe - weder wirtschaftlich noch beim Umweltschutz - überlege ich mir Tarife, wie ich Erzeuger und Verbraucher zusammenbringen kann.

Herr Hammer, vielen Dank für das Gespräch!

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